Interview: ADFC-TourGuides - Ausbildung lohnt sich - ADFC Böblingen-Sindelfingen

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Böblingen-Sindelfingen e. V.

Interview: ADFC-TourGuides - Ausbildung lohnt sich

Tourenleiterinnen und -leiter im ADFC haben oft viel Erfahrung. Warum sich auch für sie die Ausbildung zum ADFC-TourGuide lohnt, beschreibt Ursula Hubertus aus dem Saarland. Sie leitet seit 1990 Radtouren und bildet inzwischen ADFC-TourGuides aus.

Ursula Hubertus leitet seit 1990 Radtouren im Saarland. 2015 hat sie ein Tourenleiterseminar besucht, 2016 die Ausbildung zum ADFC-TourGuide gemacht. Jetzt bildet sie als zertifizierte Trainerin selbst ADFC-TourGuides aus. Ihr Urteil: Prädikat empfehlenswert.

Seit wann bist du als Tourenleiterin aktiv?

Als Gründungsmitglied des damals „Ortsgruppe Saar“ genannten ADFC bin ich seit 1989 im Verein aktiv. Wir waren zuerst nur eine Handvoll Aktive aus einem Umkreis von etwa 15 Kilometer rund um Saarbrücken. Schon ab 1990 fanden unsere ersten Touren statt, die wir abwechselnd geleitet haben. Sie hatten eher den Charakter von privaten Touren. Die Gründung des Landesverbandes erfolgte 1992.

Wie viele Seminare hast du schon besucht?

Ich habe 2015 an einem Tourenleiterseminar teilgenommen, 2016 habe ich dann die Ausbildung zum ADFC-TourGuide gemacht. Nach dem Train-the-Trainer-Seminar kann ich nun selbst Kurse im Rahmen der Ausbildung zum TourGuide geben.

Da hattest du ja schon einige Jahre Erfahrung.

Wenn man eine Sache schon lange und schon oft gemacht hat, glaubt man gerne, weil es immer ganz gut lief, könnte es auch ganz gut weiter laufen. Doch wenn man aufhört, besser werden zu wollen, hat man schon aufgehört, gut zu sein. Das ist meine Devise – und auch der Ansporn, an den Seminaren teilzunehmen. Hinterher war ich überrascht, wie viel ich aus den verschiedensten Bereichen mitnehmen konnte. Vor allem sind mir der Stellenwert und die Außenwirkung unserer Touren viel bewusster geworden. Deshalb plädiere ich dafür, dass sich im Saarland möglichst viele Tourenleiter*innen zertifizieren lassen sollten.

Wie hast du die Seminare empfunden?

Den Austausch mit anderen Tourenleiter*innen habe ich sehr geschätzt – durch die Mischung von Neulingen und sehr erfahrenen Aktiven ergeben sich verschiedene Blickwinkel und manchmal auch neue Fragen und Aspekte. Die Gruppenstärke war gut. 12 sind optimal, mehr als 15 sollten es nicht sein. Die Zusammensetzung der Themen und ihre Aufbereitung habe ich als strukturiert und gut empfunden. Aber es ist ein straffes Pensum: 24 Stunden* lernen in zweieinhalb Tagen.

*32 UE a 45 min.=24 Std.

Welche Aspekte und Teilbereiche in den Seminaren waren für dich besonders wichtig für die Praxis?

Das Thema Kommunikation – insbesondere die Tipps zum Umgang mit schwierigen Teilnehmenden fand ich hilfreich. Die wünscht sich niemand auf seinen Touren, aber hin und wieder tauchen sie halt auf. Mit entsprechenden „Handlungsleitfäden“ wird der Umgang einfacher. Die Vermittlung von rechtlichen Aspekten hat stark zu einem Gefühl der Sicherheit beigetragen, auch der Umgang mit unvorhersehbaren Ereignissen ist leichter geworden. Ich gehe systematischer an die Vorbereitung heran, achte bewusster auf eine gute Einführung zu Beginn und auf einen guten Abschluss der Tour. Und wie schon erwähnt: Das Qualitätsbewusstsein für den Stellenwert und die Wirkung der Touren ist gewachsen.

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